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Monographie

Begehbare Literatur. Eine literatur- und kulturwissenschaftliche Studie zum Literaturtourismus, Winter Verlag, Heidelberg 2017.

 

Im Zentrum der Studie steht eine spezifische Praktik der Literaturrezeption: das Bereisen literarischer Schauplätze, auch Literaturtourismus genannt. Im Rahmen von literarischen Spaziergängen, musealen Rekonstruktionen oder Themenwanderwegen folgen Literatur-reisende literarischen Narrationen im Realraum. Dabei übersetzt sich das, was zuvor gelesen und 'bloß' vorgestellt wurde, in eine sinnlich-konkrete, körperliche Erfahrung. Diesem Phänomen wird anhand von drei Fallstudien - Joyces Ulysses in Dublin, Thomas Manns Buddenbrooks in Lübeck sowie dem sogenannten 'Eifelkrimi' in der Eifelregion - nachgegangen und gefragt, welche Aneignungs- und Erlebensweisen von Literatur dabei wirksam werden. Dazu entwickelt die Arbeit ein Instrumentarium, das literaturwissen-schaftliche und literaturgeographische Textanalysen mit ethnographischen Feldstudien kombiniert, in denen die konkreten Aktivitäten der Akteure im Umgang mit den literarischen Vorlagen untersucht werden.

Herausgeberschaft

(gem. mit Stephan Habscheid u. Christine Hrncal), Konstruktionen des Publikums, Zeitschrift für Literatur­wissen­schaft und Linguistik 4/2017.

(gem. mit Stephan Habscheid/Christine Hrncal/Erika Linz), Alltagspraktiken des Publikums: Theater, Literatur, Kunst Populärkultur,  Zeitschrift für Literatur­wissen­schaft und Linguistik 4/2016.

(gem. mit Anja Dreschke/Ilham Huynh/David Sittler), Reenactments. Medienpraktiken zwischen Wiederholung und kreativer Aneignung, Bielefeld: transcript 2016.

 

Reenactments als Medienpraktiken des Wiederaufführens, Nacherlebens und Reaktualisierens sind nie »bloße« Wiederholungen dokumentierter oder fiktionaler Ereignisse, sondern stets kreativ-produktive Medienaneignungen, die ihrerseits neue mediale Formen schaffen. Am Beispiel von Verfahren der bildenden Kunst, des Theaters und des Films, anhand populärkultureller Praktiken der Geschichtsaneignung und des Literaturtourismus und anhand von Reinszenierungen in der Alltagsinteraktion geht der Band der Frage nach, welche Bedeutung dem Rekurs auf mediale Re­präsentationen (Filme, Bücher, Computerspiele) zukommt. Mit Beiträgen aus der Ethnologie, der Kultur-, der Medien-, der Geschichts- und der Literaturwissenschaft sowie der Linguistik, u.a. von Rembert Hüser, Petra Kalshoven, Klaus-Peter Köpping, Ulf Otto u.a.

(gem. mit Johannes Paßmann/Nadine Taha), Vom Feld zum Labor und zurück, Navi­ga­tionen. Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften 13/2 (2013).

 

Feld und Labor sind zwei in gewisser Hinsicht entgegengesetzte Ideale empirischer Forschung. Sie markieren jeweils das Ende eines Kontinuums, das sich durch die Gradierung und Degradierung von Kontrolliertheit, Zurichtung oder Unberührtheit auszeichnet: Laborbedingungen könnte man demnach als den Zustand absoluter Kontrolle zum Zwecke der Forschung fassen, während das Feld den unzugerichteten, unberührten Gegenstand präferiert. Dabei spielen Medien eine ent­schei­dende Rolle: Mal sollen sie im Labor die präzise Kontrolle des Forschungsgegenstands er­mög­lichen, mal sollen sie im Feld dafür sorgen, dass ForscherInnen mit ihren Aufzeichnungen das Feld so wenig wie möglich verändern. In der Empirie kann man sich an solchen Idealen nur regulativ orientieren: Als Ideale sind sie un­erreichbar, sollen aber gleichzeitig angestrebt werden. Der nicht ganz ideale Bereich, in dem Forschung dann tatsächlich stattfindet, ist dabei nicht notwendigerweise problematisch. Denn wie etwa die Laboratory Studies gezeigt haben, kann Kontamination im Labor Quelle von Innovation sein. Diese Ausgabe der Navigationen geht der Trias aus Feld, Labor und Medien nach, in der Medien in manchen Fällen Ursache und in anderen Lösung des Problems der Unerreichbarkeit empirischer Ideale sind. Dies nehmen die Autorinnen und Autoren anhand empirischer Beispiele aus ihren Dissertations- und Habilitationsprojekten vor, die sie am DFG-Graduiertenkolleg Locating Media an der Universität Siegen verfolgen.

Wissenschaftliche Aufsätze

"Literarische Spaziergänge als situierte Literaturvermittlung am Praxisbeispiel von Uwe Tellkamps Der Turm in Dresden", in: Christine Ott/Dieter Wrobel (Hg.), Öffentliche Literaturdidaktik. Grundlegungen in Theorie und Praxis, Berlin: Erich Schmidt Verlag, S. 261-276.

 

"Einleitung: Konstruktionen des Publikums" (gem. mit Stephan Habscheid u. Christine Hrncal), in: dies. (Hg.), Konstruktionen des Publikums, Zeitschrift für Literatur­wissen­schaft und Linguistik 4/2017, S. 431-436.

 

"Gemeinsam lesen: Zur Kollektivität des Lesens in analogen und digitalen Kontexten (LovelyBooks)", in: Sebastian Böck/Julian Ingelmann/Kai Matuszkiewicz/Friederike Schruhl (Hg.), Lesen X.0. Rezeptionsprozesse in der digitalen Gegenwart, Göttingen: V&R unipress 2017, S. 171-190.

 

"Literaturbezogene Praktiken. Überlegungen zu einer praxeologischen Rezeptionsforschung", in: Mark Dang-Anh/Simone Pfeifer/Clemens Reisner/Lisa Villioth (Hg.), Medienpraktiken: situieren, erforschen, reflektieren, Navigationen. Zeitschrift für Medien- und Kultur­wissenschaften 17, 1/2017, S. 95-116.

 

"Vom alltäglichen Umgang mit Literatur – am Beispiel des Literaturtourismus zu Joyces Ulysses", in: dies./Stephan Habscheid/Christine Hrncal/Erika Linz (Hg.), Alltagspraktiken des Publikums: Theater, Literatur, Kunst, Populärkultur, Zeitschrift für Literatur­wissen­schaft und Linguistik 4/2016, S. 479-497.

 

"Einleitung: Alltagspraktiken des Publikums" (gem. mit Stephan Habscheid/Christine Hrncal/ErikaLinz), in: dies. (Hg.), Alltagspraktiken des Publikums: Theater, Literatur, Kunst, Populärkultur, Zeitschrift für Literatur­wissen­schaft und Linguistik 4/2016, S. 463-468.

 

"Nacherlebte Fiktion. Literarische Ortsbegehungen als Reenactments textueller Verfahren", in: dies./Anja Dreschke/Ilham Huynh/David Sittler (Hg.), Reenactments. Medienpraktiken zwischen Wiederholung und kreativer Aneignung, Bielefeld: transcript 2016, S. 213-236.

 

"Einleitung" (gem. mit Anja Dreschke/Ilham Huynh/David Sittler), in: dies. (Hg.), Reenactments. Medienpraktiken zwischen Wiederholung und kreativer Aneignung, Bielefeld: transcript 2016, S. 9-23.

 

"'One day, I would go there...' Fantouristische Praktiken im Kontext transmedialer Welten in Literatur, Film und Fernsehen", in: Benjamin Beil/Klaus Sachs-Hombach/Jan-Noël Thon (Hg.), Medienkonvergenz und transmediale Welten, IMAGE Themenheft 20 (2014), S. 60-74 (online verfügbar).

 

„Vom Text zum Feld? Zur Rolle ethnographischer Ansätze in der Literaturwissenschaft“, in: dies./Johannes Paß­mann/ Nadine Taha (Hg.), Vom Feld zum Labor und zurück, Navigationen. Zeitschrift für Medien- und Kultur­wissenschaften 13/2 (2013), S. 75-85.

 

"Einleitung" (gem. mit Johannes Paß­mann/ Nadine Taha), in: dies. (Hg.), Vom Feld zum Labor und zurück, Navigationen. Zeitschrift für Medien- und Kultur­wissenschaften 13/2 (2013), S. 7-15.

 

„Narrative der Dinge – Literarische Modellierungen von Mensch-Ding-Beziehungen“, in: Stephan Habscheid/Wolfgang Klein (Hg.), Dinge und Maschinen in der Kommunikation, Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 168 (2012),   S. 46-61.

Sonstige Publikationen / Essays

"Reiseziel Literatur", in: Jörg Schuster/Jan Süselbeck/Kevin Vennemann (Hg.), Ich habe sie gesammelt, die unmöglichen Orte. Literarische Topographien der Gegenwart, Sonderheft die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik 60/257 (2015), S. 175-182.